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Wendelin Hoffmann: Vinum Sancti Goaris - Eine Wein-Erfolgsgeschichte wird weitergeschrieben

Wendelin Hoffmann

Dem unterhalb der Burg Rheinfels gelegenen Schlossberg sein einstmaliges Aussehen als prächtiger Landschaftspark wiederzugeben, so wie es nur noch auf Stichen und Gemälden zu finden war, das war vor 15 Jahren erklärtes Ziel der St. Goarer CDU.

In dem steilen und total von Gestrüpp und Dornen überwucherten Gelände sollte wieder ein Weinberg entstehen und gleichzeitig sollte ein wie einst zur Burg Rheinfels führender Weg erschlossen werden mit einer prächtigen Aussicht auf die Stadt und das Rheintal.

Den in der Stadt politisch Verantwortlichen gelang es, den damaligen mittelrheinischen Weinbaupräsidenten Gerhard Lambrich nach vorheriger Rodung des verbuschten Geländes für die Rekultivierung und Neuanpflanzung des Weinberges zu gewinnen.

Der damalige Stadtbürgermeister Walter Mallmann hatte für die kommenden zehn Jahre die erwarteten Ernten unter der Bezeichnung „Vinum Sancti Goaris“ per Optionsschein innerhalb weniger Tage verkauft. Eine Monorakbahn wurde montiert, um die Lese im Steilhang zu erleichtern.

Jetzt gedieh im St. Goarer Schlossberg wieder ein guter Riesling-Tropfen. Er schmeckte den Optionsschein-Besitzern vorzüglich. Für die Lese sorgten bisher Jahr für Jahr Weinschwestern und Weinbrüder des Weinkonvents zum Hl. Goar mit ihren Partnern. Auch die Bürgerschaft hatte ihre helle Freude an dem St. Goarer Kult- Wein, wenn er bei den jährlichen Empfängen ausgeschenkt wurde. Zu den runden Geburtstagen der St. Goarer Senioren eignete sich dieser Wein außerdem als gern angenommenes städtisches Geschenk.

Aus dem zehnjährigen Pachtvertrag zwischen der Stadt und dem Weingut Goswin Lambrich wurden elf Jahre, denn wegen eines durch Wildschaden verursachten totalen Ernteausfalles wurde der Vertrag stillschweigend um ein Jahr verlängert. Während der bisherigen Pachtzeit spülte der jährliche Weinertrag eine fünfstellige Summe in die Stadtkasse. Für den Verpächter und den Pächter stellte sich – auf neudeutsch - eine Win-win- Situation ein.

Die Rekultivierung des Schlossberges war aber auch der Startschuss für weitere Maßnahmen zur Erhaltung der mittelrheinischen Kulturlandschaft und der Wiederherstellung des einstmals prächtigen Ambientes. Der Anna-Elisabeth-Weg wurde angelegt, der für den Wanderer von der Jugendherberge bis zur Burg ein einmalig schönes Panorama bietet. Das Tusculum, dort wo der weltberühmte Maler Otto Dix einstmals mehrere seiner Werke schuf, wurde von Grund auf saniert und ebenso der frei gestellte Alexanderplatz. Ein modernes Beleuchtungskonzept sorgte dafür, alles ins richtige Licht zu stellen. Die genannten Maßnahmen galten überwiegend als Pilotprojekte und erfreuten sich einer hohen öffentlichen Förderung. Die Stadt hätte das dafür benötigte Geld nicht gehabt.

Jetzt hat der Stadtrat mit dem Weingut Goswin Lambrich aus Oberwesel-Dellhofen für die nächsten 15 Jahre erneut einen Pachtvertrag für den Weinberg des „Vinum Sancti Goaris“ abgeschlossen. Die Ernte der diesjährigen Lese wird im kommenden Jahr, soweit der Vorrat reicht, anders als bisher, jedem interessierten Weinliebhaber angeboten, der sich den Genuss des St. Goarer Kult-Weins nicht entgehen lassen möchte. Ein positives Kapitel der St. Goarer Wein-Erfolgsgeschichte wird weitergeschrieben.